Geschichte der Region


Geschichtlicher Streifzug durch die Region

Während der Steinzeit sind sicherlich Jäger und Sammler in unserer Region unterwegs gewesen, wie die Funde steinzeitlicher Beile bei Üxheim bezeugen. Eine dauernde Besiedlung erfolgte später im ersten vorchristlichen Jahrtausend. Die Kelten bewohnten die Höhen der Eifel und hinterließen Hügelgrä­ber bei Hillesheim, Üxheim, Walsdorf und Leudersdorf. Der bedeutendste Fund ist das Wagenbegräbnis eines vermögenden Mannes, der sich in der Nähe der heutigen Domäne bei Hillesheim mit seinem Streitwagen und wertvollen Beigaben, u.a. einer etruskischen Schnabelkanne, zu Ruhe betten ließ. (Rekonstruktion im Landesmuseum Trier) In dem Gräberfeld entdeckte man zudem einen Eisenerz-Röstofen mit Eisenschlacken, der belegt, daß hier bereits im 7. Jahrhundert vor Christus Eisen verhüttet wurde, wahrscheinlich auch die Grundlage für den Reichtum des im Wagengrab bestatteten keltischen Adeligen. Von den Kelten stammen auch Reste einer Höhenbefestigung, d.h. einer Fliehburg auf dem Weinberg zwischen Berndorf und Kerpen.

Zwischen 58-51 v. Chr. drangen Römer auf ihren Eroberungszügen unter ihrem Feldherren Cäsar in die Eifel ein, errichteten ein Netz von Militärstraßen, wovon eine unsere Region querte: von Westen her kommend zum Rhein. Diese Römerstraße ist teilweise noch erkennbar. Von der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte der Römerzeit künden die Reste zweier Gutshäuser. Die Villa bei Leudersdorf war eine prunkvoll ausgestattete, mächtige Anlage mit 41 Räumen, die Villa bei Üxheim war dreigegliedert und umfasste etwa 30 Wohn- und Wirtschaftsräume. Beide Prachtbauten wurden durch Feuer zerstört.

Ab 375 rückten die Franken entlang der Römerstraßen in die Eifel ein, verdrängten die Römer und ließen sich neben der einheimischen Bevölkerung nieder. Als Bauern und Viehzüchter bevorzugten sie die Kalkmulden. Die heutigen Ortschaften auf �dorf, -ingen und �heim, die wir in unserer Region vielfach antreffen, sind fränkische Siedlungen, u.a. Hillesheim, d.h. Wohnstatt eines �Hildin�. Die fränkische Besiedlung ist nachweisbar durch eine Reihe von Gräbern aus dieser Zeit.

Während der Römer- und Frankenzeit hielt das Christentum Einzug in die Eifel, und die Kirchenpatrone von Hillesheim (St. Martin), Berndorf (St. Peter), Niederbettingen (früher St. Petrus), Nohn (St. Martin) und Wiesbaum (St. Martin) lassen vermuten, daß an diesen Orten bereits vor der Zeit Karls des Großen christliche Kultstätten bestanden. Die ersten urkundlichen Erwähnungen für die meisten Orte der Region stammen auch aus dieser Zeit, als unser Mittelgebirge zum fränkischen Eifelgau gehörte. Bleibt zu erwähnen, daß das Leben der ländlichen Bevölkerung damals wegen des rauhen Klimas, der kargen Acker- und Wiesenböden und der primitiven Lebensverhältnisse weithin von Armut geprägt war.

Geschichtliche Zeugnisse des Mittelalters, als unser Land u.a. zum Herrschaftsgebiet der Kurfürsten von Trier, der Grafen von Aremberg und der Grafen von Manderscheid-Blankenheim gehörte, sind das Augustinerinnen-, später Prämonstatenserkloster von Niederehe (ab 1162), die Burg Kerpen (1136) und ihre Burgkapelle, die Stadtmauer von Hillesheim (Anfang 13. Jahrhundert), das Augustinerkloster in Hillesheim (Ende des 13. Jahrhunderts) und die weithin sichtbare herbe Schönheit der romanischen, sogenannten Wehrkirche in Berndorf. Die Klosterkir­che in Niederehe ist ein einfacher aber eindrucksvoller romanischer Bau, der u.a. das marmorne Hochgrab des Grafen Phillipp von der Mark und seiner Gemahlin birgt und mit der Orgel von Balthasar König (1714) ein wahres Kleinod besitzt. Burg Kerpen, ehemals eine mächtige Anlage, war Sitz des gleichnamigen Geschlechts. Der Eifelmaler Fritz von Wille ließ das Wohnhaus erneuern und lebte dort bis zu seinem Tod 1941. Die schöne spätgotische Schlosskapelle hat ein sehenswertes Kreuzrippengewölbe sowie bemerkenswerte barocke Altäre. Von der ehemaligen Stadtmauer von Hillesheim, der wohl größten Sehenswürdigkeit des Städtchens, und ihren 12 Türmen steht noch ein respekteinflößender Teil, der u.a. mit dem sogenannten Hexenturm über den wieder errichteten Wehrgang zu begehen ist.

Hillesheim war im Mittelalter mit der bedeutendste Ort der Eifel, besaß frühzeitig die mehrfach belegten Stadtrechte, hatte eigene Maße und Gewichte und den weithin bekannten Hillesheimer Markt, der bis in unsere Tage am 1. und 3. Donnerstag eines Monats statt­findet. Die überwiegend bäuerliche Bevölkerung der Eifel mußte trotz der technischen Fortschritte (u.a. Pflug mit eiserner Schar), der Siedlungsrodungen und des Übergangs von der Zwei- zur Dreifel­derwirtschaft hart um ihre bescheidene Existenz ringen. Während des Übergangs zur Neuzeit wurden die Menschen unseres Gebietes ebenso wie das übrige Europa von dem unseligen Hexenwahn und den schrecklichen Hexenverbrennungen heimgesucht. In den Jahren zwischen 1580 und 1633 brannten auch in unseren Breiten die Scheiterhaufen, wurden Hunderte � überwiegend Frauen, aber auch Männer, sogar Geistliche - unschuldige Opfer dieser geistigen und religiösen Verwirrung.

Der 30-jährige Krieg (1618-1648) brachte unsägliches Leid. Umher­ziehende Soldatenhorden plünderten die Orte aus, verwüsteten das Land, drangsalierten und mordeten die Bewohner. Dazu kam der �Schwarze Tod�, die Pest. 1637 nannte man das �Jahr des großen Sterbens�. Durch das Kriegsgeschehen, den Hunger und die Pest verloren viele Orte mehr als Dreiviertel ihrer Einwohner. Kaum waren die Schreckensjahre vorüber, nahte neues Unheil. Französische Truppen verheerten in den Raubkriegen Ludwigs XIV ab 1672 das Gebiet. 1689 sprengten sie die Befestigungsanlagen von Hillesheim und Kerpen, raubten die Bewohner aus und steckten danach die Siedlungen in Brand. Im spanischen Erbfolgekrieg ab 1701 setzte sich das grausame Geschehen fort. In diesen Jahrzehnten wurde z.B. das blühende Hillesheim viermal total eingeäschert. Ein Wunder, daß damals das Schlösschen Oberehe als befestigter Adelssitz erbaut werden konnte.

Nach der Französischen Revolution besetzten 1794 französische Truppen das Land. Das linksrheinische Gebiet fiel an Frankreich und unsere Vorfahren waren fortan Franzosen! Das gesamte Sozialge­füge änderte sich: Geistliche und Adelige verloren Ihre Vorrechte, Leibeigenschaft und Frohn wurden aufgehoben, aus Untertanen wurden Bürger. Der Geist der Freiheit wehte erstmals durch die Eifel. Verwaltung und Recht wurden den französischen Gesetzen ange­paßt, der �Code Civil� galt auch hier. Ab 1814 aber herrschte wieder der Untertanengeist, denn preußische Truppen rückten im Krieg gegen Napoleon ein, das Rheinland wurde Teil Preußens. Dieser autoritäre Staat leistet nach den schweren Jahren tatkräftige Aufbauhilfe. Die Wälder wurden hauptsächlich mit Fichten (Preußen­bäume) aufgeforstet, Straßen wurden erneuert, Eisenbahnlinien � wenn auch aus überwiegend strategischen Gründen � gebaut (Trier-Köln 1870/71, Gerolstein-Ahr und Gerolstein-Hillesheim 1912). Die notleidende Landwirtschaft erhielt, vor allem nach der schrecklichen Hungersnot 1816/17, großzügige Hilfe. Dennoch: Die Eifel, jahrhun­dertelang einigermaßen wohlhabend, fiel wirtschaftlich stark zurück, auch weil sie von der aufkommenden Industrie kaum profitierte. Daher wanderten Hunderte in die USA aus, zwischen 1855 und 1889 allein aus dem Gebiet der jetzigen Verbandsgemeinde Hillesheim 339 Personen. In Mirbach entstand 1902 � vom kaiserlichen Adel finanziert � im neoromanischem Stil die Erlöserkapelle, ein sehens­werter Sakralbau. Der 2. Weltkrieg hinterließ durch Bombenabwürfe und die deutsche V1 (Eifelschreck) Trümmer und Tote, vor allem in Hillesheim und Ahütte. Mit Kriegsende kam die Eifel zur französi­schen Besatzungszone. Der ungeheuer schwierige Wiederaufbau begann. Ab 1975 setzte in Hillesheim die Stadtsanierung ein, wobei man unter weitgehender Beibehaltung der alten Bausubstanz den verödeten und vernachlässigten Ortskern grundlegend erneuerte und die noch vorhandenen Teile der mittelalterlichen Stadtmauer wiederaufbaute.

Text von Josef Schuhn

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